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160. Auktion beendet. Nachverkauf

Bolland & Marotz freute sich, Ihnen in der diesjährigen Herbstauktion am 23. September ein breites Angebot von über 800 Positionen interessanter und teils außergewöhnlicher Stücke aus verschiedenen Kategorien und Epochen zu präsentieren.

Unter den Arbeiten Worpsweder und norddeutscher Künstler besonders erwähnenswert ist das Gemälde „König mit Schäferin“ von Heinrich Vogeler. Das Hochformat stammt aus einer Folge von drei Märchenbildern, die der Künstler um 1907 für seine Töchter gemalt hat. Der familiäre Bezug wird auch an der Darstellung der Schäferin erkennbar, die deutliche Züge Martha Vogelers trägt. Das Gemälde aus Bremer Privatbesitz galt lange als verschollen. (Lot 1198, Limit 50.000 €). Otto Modersohn ist mit drei Gemälde (1077, Limit 7.000 €; Lot 1078, Limit 18.000 €; Lot 1179, Limit 10.000 €) und drei Kohlezeichnungen vertreten (Lots 1076, 1079, 1080, Limite 500 – 1000 €), Paula Modersohn-Becker u.a. im einer weiblichen Aktzeichnung (Lot 1081, Limit 3.000 €; Lot 1082 2.500 €). Hans am Endes „Abendliche Landschaft mit Mondsichel“ zeugt von dessen Meisterschaft bei der Herausarbeitung des Abendlichts: Während die Sonne untergeht, ist bereits der Mond aufgegangen und im Gemälde als feine weiße Sichel wahrzunehmen.

(Lot 1020, Limit 5.000 €). Unter dem reichhaltigen Angebot dieser Kategorie befinden sich gleich mehrere Zeichnungen von Fritz Mackensen (Lots 1064 – 1069), ein Gemälde von Fritz Overbeck (Lot 1181, Limit 2.500 €), sowie sieben Gemälde von Udo Peters (Lots 1095 – 1097; 1163, 1173, 1210, 1214. Limite 800 – 4.100 €). Rudolph Tewes zeigt impressionistische Motive auf Langeoog (Lots 1999 – 1202, Limite 600 – 800 €) und Poppe Folkerts „Die grünen Kuff auf dem Wattenmeer“ (Lot 1024, Limit 3.000 €). Von Ernst Müller-Scheessel stammt die „Weserpartie im Bremen“, das 1921 charmant eingefangene sommerliche Badevergnügen am Weserufer mit Blick auf die „Umgedrehte Kommode“ (Lot 1180, Limit 800 €). Besonders interessant unter den Gemälden der Altmeister ist das qualitätvolle Porträt einer Dame, bei dem es sich laut alter Bezeichnung auf der Rückseite um ein Bildnis Königin Christinas von Schweden im Alter von 25 Jahren handeln soll. Dort findet sich auch der Hinweis auf Sebastien Bourdon, der 1652 als Hofmaler der Königin nach Schweden ging, bis diese 1654 endgültig abdankte. (Lot 1402, Limit 1800 €). Äußerst fein gemalt ist der eindrucksvolle „Ecce Homo“ eines wohl italienischen Meisters aus dem 17. Jh. Das Gemälde zeigt auf der Rückseite ein bislang ungedeutetes Wappen, das nach Polen weisen könnte. (Lot 1409, Limit 1.300 €). Unter dem großen Angebot an antiken Karten sei auf die Karte Dithmarschens hingewiesen, die nach der berühmten Karte Peter Boeckels aus dem 16. Jh. gearbeitet ist. (Lot 1412, Limit 400 €). Zwei Highlights unter den Gemälden des 19. & 20. Jahrhunderts sind das monumentale allegorische Gemälde des Münchener Sezessionisten Wilhelm Volz (1855-1901) (Lot 1630, Limit 5.800 €) und das imposante Gemälde „Die Pyramiden von Gizeh“ von Ernst Carl Koerner (1846-1927): Ruht der Blick des Betrachters zunächst auf den rechts im Vordergrund aktiven Wäscherinnen am Nil, so nimmt er erst später die durch den Morgendunst eingehüllten, mächtigen Pyramiden von Gizeh wahr. Dieses Werk wurde bereits zu Lebzeiten des Künstlers zurecht „als Höhepunkt seiner Kunst“ beschrieben.  (Lot 1513, Limit 16.000 €).

Besonderes Augenmerk in der Kategorie „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ sei auf das beidseitig bemalte Blatt von Hermann Max Pechstein (1881-1955) gelegt. Monogrammiert und datiert 1912, zeigt es mit dem Strauß „Sonnenblumen“ die genaue Vorzeichnung seines Ölgemäldes „Sonnenblumen“ und auf der Rückseite den Entwurf zu dem Holzschnitt „Betrunkene Fischer“ von 1912. (Lot 1937, Limit 5.000 €). Max Slevogt (1868-1932) ist mit dem Mappenwerk „Die Inseln Wak Wak“, erschienen bei Bruno Cassirer, Berlin 1920/21, Expl. 41/55, vertreten: Die zeichnerische Umsetzung des Märchens „1001 Nacht“ gilt als ein Höhepunkt in Slevogts Schaffen (Lot 1922, Limit 3.000 €). Tadellos ist das Mappenwerk “Le Goût du Bonheur” von Pablo Picasso (1881-1973), Sonderausgabe von Schünemann Bremen, Expl. 8/33 (Lot 1928, Limit 2.000 €). Neben diversen unikaten Mischtechniken von Fred Thieler (1916-1999) (Lots 1902 – 1919), bedeutender Vertreter des Informel, sind von ihm auch zwei Großformate im Angebot: Die Informelle Komposition auf Leinwand von 1977 misst 164 x 335 cm und basiert auf den Farben Weiß, Blau und Schwarz (Lot 1900, Limit 20.000 €), während die Große Komposition eine Mischtechnik mit Collage auf Holz ein Farbrelief aus Rot und Weiß mittels unregelmäßigen Stoffverlaufes mit Zufallsstrukturen und informellen Farbschüttungen bildet. (Lot 1901, Limit 10.000 €). International renommiert ist auch der bedeutende indische Gegenwartskünstler Ganesh Pyne (1937-2013), dessen zwei Leinwandarbeiten „The Bird“ und „Against the Wall“ die für Pyne typische Formensprache aus Surrealismus, Fantasy und Poesie zeigen. (Lot 1932, Limit 4.500 €; Lot 1935, Limit 6.500 €). Ferner enthalten sind Stücke von Norbert Schwontkowski, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Joseph Beuys, Horst Janssen, Bernhard Hoetger, Roy Lichtenstein, Victor Bonato, Ludwig Wilding, um nur einige Namen zu nennen.

Unter der Vielzahl an Bronzen und Skulpturen sticht nicht allein durch ihre Größe die Plastik „Lauschende“ des deutschen Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947) hervor. Die Figur eines stehenden Mädchens, das gelassen ihren rechten Arm hinter dem Rücken verschränkt und abwartend lauscht, ist mit einer Größe von 132 cm eine außergewöhnlich große Figur im Oeuvre des Künstlers und gehört zu den beliebtesten Werken aus Kolbes späterer Zeit. Es ist ein Exemplar von insgesamt sieben. (Lot 800, Limit 35.000 €). Neben 5 Arbeiten von Arno Breker (1900-1991) (Lots 832-836, Limite 1.500 – 1.800) sei auch der „Hase“ von Gerhard Marcks (1889-1981) erwähnt, der für 1.800 € unter Lot 837 aufgerufen wird. Auf einem hohen Holzsockel steht „Abschied der Amazone“ von Herman Haase-Ilsenburg (1879-1960), der die elegante Ausstrahlung der Bonze wirkungsvoll unterstreicht. (Lot 804, Limit 2.000 €). Verführerisch ist die „Phryne“, Hauptwerk Ferninand Lepckes (1866-1909), hier in vergoldeter Bronze ausgeführt auf rundem Onyxsockel stehend. (Lot 807, Limit 1.200 €)

Unter dem großen Silberangebot mit über 160 Positionen sicherlich das ungewöhnlichste Stück ist der Tafelaufsatz, der um 1920 in Afrika entstanden ist. Der feine Silberdekor zeigt inmitten von üppigem Rankendekor die Darstellung wilder Tiere. (Lot 100, Limit 3.200). Eine geschlossene Sammlung nautischer Objekte umfasst neben diversen Schiffs-Chronometern und Winkelmessern z.B. auch einen seltenen englischen Schiffs-Medikamenten-Schrank aus dem 19. Jh. mit diversen (gefüllten) Glasfläschchen (Lot 310, Limit 800 €), ein seltenes Kapitäns-Besteck in Original-Etui um 1750 (Lot 324, Limit 850 €) und zwei Oktanten von David Filby (Lots 311 und Lot 335 für jew. 700 € Limit). Für Münzsammler interessant ist das Konvolut von 30 deutschen Goldmünzen (Lot 360, Limit 1.200 €) sowie die 18 „Vrenelis“, die bekannte Schweizer 20-Franken-Münze, von denen jeweils 9 Münzen für 1.700 € aufgerufen werden. Goldschimmernd ist auch das prunkvolle, fein gearbeitete Wandbarometer im Louis-Seize-Stil von Henry Dasson (1825-1896) aus vergoldeter Bronze, das für 2.500 € einen Liebhaber sucht (Lot 338). Die um 1810 entstandene, seltene Biedermeier-Wanduhr auf Konsole des königlichen Hofuhrmachers in Hannover und Erfinders Peter Bofenschen (1763-1830), der sich ab 1780 in Paris etablierte und u.a. Mitarbeiter von Abraham Louis Breguet war, kommt unter der Kategorie Uhren zum Aufruf (Lot 342, Limit 2.400 €). Ferner finden sich unter den Kategorien Glas, Porzellan, Möbel – mit einem seltenen Kannenstock aus dem 17. Jh. – und Fayencen & Fliesen weitere interessante Objekte für Sammler und Liebhaber.

Unter den Highlights sind einmal mehr besonders Arbeiten Worpsweder Künstler zu erwähnen: Das kleine und für Otto Modersohn relativ romantisch anmutende Gemälde „An der Wümme“ von 1917 erzielte bei einem Startpreis von 9.000 € 12.500 € (Lot 1046). Neben einer frühen Ölstudie eines Birkenstamms aus der Zeit um 1894 (Lot 1050), das für 6.500 € zugschlagen wurde, kamen vier Kohlezeichnungen des Künstlers unter den Hammer (Zuschläge 1.200 – 2.000 €). Die wohl um 1905 entstandene Zeichnung eines weiblichen Aktes von Paula Modersohn-Becker erzielte 5.500 € (Lot 1164). Das frühlingshafte Gemälde „Krokuswiese“ von Fritz Overbeck (Lot 1158) wurde für 6.000 € von einem amerikanischen Sammler ersteigert. Das fröhliche Aquarell „Zirkus“ von Franz (Lot 1154) wechselte für 8.500 € den Besitzer. Unter dem besonders reichhaltigen Angebot an Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts ragte u.a. das 150 x 227 cm messende und damit zweitgrößte je auf einer Auktion von Andreas Achenbach angebotene Gemälde heraus. Das eindrucksvolle Werk „Anlandendes Schiff“ war auf 15.000 € taxiert worden und erlöste schließlich 46.000 €. Hier hatte sich ein Telefonbieter gegen Bieter im Saal und im Internet durchsetzen können.